Es ist heute üblich, vor allem News zu verbreiten und nichts, so heißt es, ist so alt wie die Nachricht von Gestern. Oft genug gilt das auch für Ausstellungen: sind sie vorbei, geraten sie medial unglaublich schnell in Vergessenheit – zu Unrecht wie ich meine und wie diese Seite zeigt.
Ganz bewusst habe ich hier selbst Ausstellungstipps aus 2009 aufgeführt, denn auch die Veranstaltungen, deren Exponate längst wieder in diversen Archiven und Magazinen verschwunden sind, bergen ja nicht nur spannende Themenanregungen. Einige Ausstellungen touren schon seit Jahren durch die Republik und Viele haben wertvolle Begleitbände hinterlassen, die oft noch für viele Jahre Standardliteratur zum jeweiligen Ausstellungsthema bleiben dürften.
Und so finden Sie auf dieser Seite die besagten Ausstellungstipps sowohl aus der Vergangenheit aber auch - immer wieder aktualisiert - für die Zukunft, verknüpft mit Ausstellungsberichten Begleitbandrezensionen und den einen oder anderen Link.
„Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“
Ganz im Zeichen des „Naumburger Meisters“ präsentiert sich 2011 der Kern des Sachsen-Anhaltinischen Saalestädchens Naumburg, das im Mittelalter Bischofssitz und bedeutender Handelsplatz war. Kern der Ausstellung des Landes Sachsen-Anhalt „Der Naumburger Meister“, die sich vom 29.06. bis zum 02.11.2011 dem Besucher an verschiedenen Orten des historischen Zentrums Naumburgs präsentiert, ist der Westchor des imposanten Doms St. Peter und St. Paul. Hier lässt sich anhand der Architektur, Skulptur und Wandmalerei die „Handschrift“ eines aus Mainz stammenden Bildhauer-Architekten erkennen, der zweifellos zu den führenden europäischen Meistern seiner Zeit gehört hat.
(Foto: Stifterfigur Uta von Ballenstedt. Quelle cab-artis)
„Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“
Große Landesausstellung „Weltsichten“
17.9.2011 bis 8.1.2012 im Kunstgebäude am Schlossplatz, Linden-Museum Stuttgart. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums vereint die Ausstellung auf über 2000m² und mit mehr als 400 Objekten erstmals alle sieben Regionalabteilungen des Museums in einer Schau und öffnet in kulturvergleichenden Inszenierungen den Blick für die faszinierende Vielfalt unserer Welt.
Weltsichten, eine Ausstellung mit vielen Aspekten
Indiens Tibet – Tibets Indien
Das kulturelle Vermächtnis des Westhimalaya
23.10.2010 bis 1.5. 2011 Linden-Museum Stuttgart. Weltweit erstmals steht der Westhimalaya, ein Schmelztiegel der Kulturen, in dieser Kooperation des Linden-Museums Stuttgart, des Historischen und Völkerkundemuseums St. Gallen und des Völkerkundemuseums Herrnhut im Fokus einer Ausstellung.
Slawische Schätze des Mittelalters
12.02. bis 8.05.2011. Unter dem Titel „Schätze des Mittelalters – Schmuck aus dem Staatlichen Archäologischen Museum Warschau“ präsentiert das Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn 440 slawische Schmuckstücke aus dem 10. Bis 13. Jahrhundert. Die Funde aus Gräberfeldern, Burgwällen oder Horten - erstrecken sich über das heutige Polen, Weißrussland und die Ukraine. Oft genug jedoch sind die Fundorte oder die Umstände, unter denen die Kostbarkeiten in die Erde gelangten, unbekannt.
Gefährliches Pflaster – Kriminalität im Römischen Reich
8. Juli 2011 bis 12. Februar 2012. Auf ein gefährliches Pflaster können sich die Besucher des LVR-RömerMuseums im Archäologischen Park Xanten ab Juli begeben. Überfälle und Einbrüche, Mord und Totschlag, Diebstähle und Betrügereien aller Art stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung zur Kriminalität im Römischen Reich. Vom Mundraub bis zur organisierten Wirtschaftskriminalität hatten die Menschen in römischer Zeit mit einer großen Bandbreite von Verbrechen zu kämpfen. Betrüger, Diebe und Mörder haben verschiedenste Spuren ihrer Untaten hinterlassen.
Das Jahresprogramm 2011 im Römerkastell Saalburg
Besonders im Limesgebiet fand nach einer Pressemitteilung des Römerkastells Saalburg der Geheimkult des Gottes Mithras seine ausschließlich männlichen Anhänger. Und so stehen neben zahlreichen themenorientierten Aktionstagen und-Wochenenden die Götter und der Mithras-Kult im Mittelpunkt des Jahresprogramms 2011.
Taranis und Donar: keltische und germanische Götter am Limes
Lawrence von Arabien
21.11.2010 bis 27.03.2011 Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg.
Im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln wird die Ausstellung vom 29.04.2011 - 11.09.2011 zu sehen sein.
Thomas Edward Lawrence, am 16. August 1888 im walisischen Tremadoc geboren, ist eine der bekanntesten, aber auch umstrittensten Personen des 20. Jahrhunderts, nicht nur in Europa und den Vereinigten Staaten, sondern auch im Nahen Osten. Bis Ende des 2. Weltkrieges als großer Held verehrt, kamen ab den 1950er-Jahren Widersprüche auf.
Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen
5. September 2010 bis 13. Februar 2011. Als große internationale Sonderschau präsentiert das Historische Museum der Pfalz seit dem 5. September 2010 bis zum 13. Februar 2011 die Ausstellung „Amazonen – Geheimnisvolle Kriegerinnen“. Die Ausstellung widmet sich der Spurensuche nach dem sagenumwobenen Frauenvolk der Antike. Gespickt mit hochkarätigen, teils noch nie gezeigten, spektakulären Funden, spannt die Schau einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart.
Rezension des Begleitbandes
Die Salier – Macht im Wandel
10. April bis 30. Oktober 2011. Mit einer Jahrhundertschau unter dem Titel „Die Salier. Macht im Wandel“ stellt das Historische Museum der Pfalz erstmals die dramatischen Lebensläufe der salischen Herrscher und die bahnbrechenden Neuerungen, die sie mit ihrer Politik in Gang setzten, in den Mittelpunkt einer großen kulturhistorischen Ausstellung.
„Entdeckung Korea! Schätze aus deutschen Museen"
15. Juli bis 3. Oktober 2011. Die in der Ausstellung präsentierten koreanischen Kunstschätze zeigen den Reichtum und die Vielfalt koreanischer Kunst in deutschen Museen und illustrieren die einzigartige Bedeutung und die Verschiedenartigkeit der jeweiligen Sammlungen. Die Bandbreite der Ausstellung umfasst buddhistische Malereien, Skulpturen und feinste Goryo-zeitliche Keramik, aber auch volksreligiöse und schamanistische Objekte. Zum ersten Mal werden außerdem die unterschiedlichen Interessen der deutschen Sammler des frühen 20. Jahrhunderts verdeutlicht, deren Begeisterung für Korea und die koreanische Kunst die Grundlagen für die Sammlungen der Museen lieferte.
Berthold Furtmeyr. Meisterwerke der Buchmalerei. Aufbruch zur Renaissance in Regensburg
29. November 2010 bis 13. Februar 2011. Die Ausstellung präsentiert einen Großteil des Gesamtwerks des Regensburger Buchmalers Berthold Furtmeyr im Kontext der zeitgenössischen Tafelmalerei bis hin zu Albrecht Altdorfer und zur Malerei der Reformationszeit. Die Handschriften aus den Schatzkammern nationaler und internationaler Bibliotheken ermöglichen dem Besucher in die Bilderwelt Berthold Furtmeyrs einzutauchen.
Fundgeschichten - neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW
Vom 16.4.2011 bis 20.11.2011 zeigt das LWL-Museum für Archäologie mit der Sonderausstellung „Fundgeschichten – neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW“ die spektakulärsten Funde der letzten Jahre. Vom Schwimmsaurier und Urzeithamster, von Alchimisten-Küchen und kostbaren Münzschätzen bis hin zum Jagdbomber des Zweiten Weltkrieges – alles gefunden in Nordrhein-Westfalen.
Rezension des Begleitbandes
Die Fundgeschichte des Lancasterbombers
Die Fundgeschichte der keltischen Münze
Die Funde der Kölner U-Bahn-Grabungen
Funde aus der Blätterhöhle
Schädelkult – Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen
Ab 2. Oktober 2011 ist der Höhepunkt des Ausstellungsjahres der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim zu sehen: Die Schau „Schädelkult – Kopf und Schädel in der Kulturgeschichte des Menschen“ widmet sich weltweit zum ersten Mal der besonderen Bedeutung von Kopf und Schädel in der Menschheitsgeschichte. Anhand von über 300 Schädeln und Kopftrophäen stellen die rem ein Thema umfassend dar, das sich rund um den Globus in allen Kulturen und Zeiten wiederfindet. Ob Jahrtausende alte Schädelschalen, kunstvoll geschmückte Kopfjägertrophäen oder religiös-verehrte Schädelreliquien, ob als Mahnmal der Vergänglichkeit oder als archäologische Sensation: „Schädelkult“ ist ein völker- und zeitübergreifendes Phänomen. Zahlreiche Institutionen, darunter das Musée de l’Homme in Paris, unterstützen die Ausstellung mit Leihgaben. Weitere Informationen:
Hightech-Methoden eröffnen neue Perspektiven auf keltische Schädelfunde
ELEFANTENREICH Eine Fossilwelt in Europa
Die Ausstellung 'Elefantenreich' im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle ist bis zum 30.01.2011 verlängert worden. 1985 fanden die Archäologen in einem zwischeneiszeitlichen Seebecken im Braunkohlentagebau Neumark-Nord zahlreiche Fossilien. Im Zentrum der Ausstellung stehen die Überreste von 70 eurasischen Altelefanten, die im und am See starben. Diese Kolosse überragten deutlich die Körperhöhe heutiger Elefanten. 'Ihre gut erhaltenen Skelette bieten eine weltweit einzigartige Möglichkeit zur Erforschung der packenden Evolutionsgeschichte dieser für uns heute fremden Geschöpfe'.
Rezension des Ausstellungskataloges
Vom 14. April bis 6. November 2011 steht das rund 200.000 Jahre alte fossile Elefantenreich im Mittelpunkt einer Sonderausstellung des LVR-LandesMuseums in Bonn. Einen kurzen Einblick in den Aufbau eines Elefantenexponats sehen Sie hier.
Die Staufer und Italien
19. September 2010 bis 20. Februar 2011. Über 30 Jahre nach der großen „Staufer-Ausstellung“ in Stuttgart 1977 widmen die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim dem bedeutendsten europäischen Herrschergeschlecht des 12. und 13. Jahrhunderts eine große kulturgeschichtliche Ausstellung.
In enger Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen wird eine Mittelalter-Schau präsentiert, die sich den innovativen Neuerungen und Entwicklungsschüben der Stauferzeit in drei Regionen, dem Rhein-Main-Neckar-Raum, Oberitalien und dem Königreich Sizilien zuwendet. Mit bedeutenden, zum Teil erstmals in Deutschland gezeigten, originalen Zeugnissen und Pretiosen wird die Geschichte, Kunst und Kultur des staufischen Zeitalters lebendig gemacht.
Rezension des Begleitbuches
„Südsee-Oasen: Leben und Überleben im Westpazifik“
5. Dezember 2009 bis 6. Juni 2010. Eine Sonderausstellung des Linden-Museum Stuttgart.
Mikronesien: ungezählte Inseln, von Palmen umsäumte Sandstrände, bunte Unterwasserwelten – die europäische Vorstellung eines Traumurlaubs. Gleichzeitig ist die Inselwelt ein Brennpunkt des globalen Klimawandels: Das Korallensterben bedroht die Riffe, Sturmfluten die Bewohnbarkeit einzelner Inseln und den Lebensraum ganzer Staaten.
AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen
27. Februar bis 28. November 2010. Ruhrgebiet, das ist das Synonym für die deutsche Eisenindustrie und den Kohlebergbau des 19. und 20. Jahrhunderts schlechthin. Technikmuseen, Schifffahrtsstraßen, Industriedenkmale dokumentieren heute die industrielle Erfolgsstory des Ballungsraumes. Spätestens ab dem 27.02.2010 wird aber mit der Mammutausstellung „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ im Archäologiemuseum Herne das einseitige Geschichtsbild der Region gründlich zurechtgerückt.
GAZA - Brücke zwischen den Welten, 6000 Jahre Geschichte
2010 im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg. Gaza, dieses Wort verbinden wir heute mit Elend, Zerstörung, Krieg. Gaza, das ist für uns der ‚Streifen’, die palästinensische Enklave zwischen Mittelmeer, Israel und dem Sinai. Aber Gaza ist auch eine Stadt und eine Region mit mehr als 6000 Jahre Kulturgeschichte.
Rezension des Begleitbandes
Die Ausstellung Schuhtick
Westfälisch-Lippesches Landesmuseum für Archäologie 2009. Welch eine Vorstellung: bei einem Glas Prosecco zieht eine Gruppe von Frauen durch 800 Quadratmeter Schuhmuseum. Sie plaudern in lockerer Atmosphäre mit der kompetenten Projektmitarbeiterin über die Frage, warum wohl Bräute in einigen Kulturen mit besonderen Schuhen in die Ehe gegangen sind oder welches Schuhwerk eine französische Königin zur Hinrichtung trug. Und tatsächlich dürfen die Frauen selbst historische Schuhe anprobieren, ob aus der Steinzeit, dem Mittelalter oder der Römerzeit.
Das eben Beschriebene ist weder der Traum vernachlässigter Ehefrauen, noch der Albtraum engagierter Museumsleute, sondern unter dem Titel „Schuhtick für Frauen“ Teil des Begleitprogramms der Ausstellung des westfälisch-lippeschen Landesmuseums für Archäologie in Herne mit dem einfachen Namen „Schuhtick“.
Wer aber meint, die Schuhausstellung sei naturgemäß ohnehin nur etwas für Frauen, liegt mit der Einschätzung völlig falsch.
Ausstellung Alexander der Große
Als am 3. Oktober 2009 die Tore zur Ausstellung „Alexander der Große und die Öffnung der Welt“ in den Reis-Engelhorn-Museen Mannheim geöffnet wurden, erwartete den Besucher nicht nur eine weitere Präsentation der eindrucksvollen Feldzüge des genialen makedonischen Feldherrn. In Zusammenarbeit mit der Eurasien-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts und anderer internationaler Partnerinstitute haben die Reiss-Engelhorn-Museen eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Intentionen als auch der präsentierten Exponate einzigartig ist.
Ebenfalls in den Reiss-Engelhorn-Museen:
Das Gold der Steppe - Fürstenschätze jenseits des Alexanderreichs. 3. Oktober 2009 bis 21. Februar 2010
Am Fuße der Akropolis - Das Licht Hellas
Historisches Griechenland in der Reisefotografie des 19. Jahrhunderts. 2. - 31. Oktober 2009
Mit der von den Reiss-Engelhorn-Museen übernommenen und ergänzten Kasseler Ausstellung "Mumien - Körper für die Ewigkeit" erhält das archäologisch- naturgeschichtliche Thema einen neuen Schub. Dabei sind Mumien inzwischen nicht nur zum öffentlichkeitswirksamen Dauerthema, sondern zu einem wichtigen archäologischen Forschungsfeld geworden.
Rezension des Begleitbuches
Marcus Caelius - Tod in der Varusschlacht
Bei der Ausstellung im LVR- Römermuseum im Archäologiepark Xanten, ging es rund um das Grabmal des römischen Centurionen Celsius. Kaum zu glauben, was man aus einem Grabmal alles herauslesen kann.
Rezension des Begleitbandes
Bunte Götter
Jetzt ist sie in Kassel, die Ausstellung Bunte Götter, die seit rund fünf Jahren in der Welt unterwegs ist. Keine Ausstellung gleicht der anderen und im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe werden nun die neuesten polychromen Repliken antiker Skulpturen zusammen mit den Exponaten und Dokumenten der Antikensammlung gezeigt, die die Entdeckung der Farbigkeit (nicht nur) der klassischen Antike schon im 18. und 19. Jahrhundert belegen. Wolfgang Schwerdt hat die Ausstellung für Sie besichtigt und sich auch den prächtigen Ausstellungskatalog zur Rezension gesichert.
Weitere Ausstellungstipps aus 2010
Kunst- und Ausstellungshalle, Bonn
Byzanz: Pracht und Alltag
Afghanistan. Gerettete Schätze – Sammlung des Nationalmuseums in Kabul
Die Museen des LWL
„Tiere der Bibel“
„Messel on Tour“
„Vom Faustkeil zum Mikrochip“ Bericht zur Ausstellung
„Eingetreten! 1.700 Jahre Klosterkultur“
Schiffshebewerk Henrichenburg
„Rudolf Haack - Industriepionier unter drei Kaisern“
„Leonardo da Vinci – Erfinder und Ingenieur“
Weitere Ausstellungstipps 2009
Für Königtum und Himmelreich. Diözesanmuseum und Museum in der Kaiserpfalz Paderborn
Die letzten Wikinger- Der Teppich von Bayeux und die Archäologie. Archäologisches Museum Frankfurt
Eiszeit - kunst und kultur und Bevor die Römer kamen - späte Kelten am Bodensee. Archäologisches Landesmuseum Baden- Württemberg





















