
(Pressemitteilung des Landesmuseum Bonn) Dezember 2011. Den zugleich bewunderten und gefürchteten Reiterkriegern aus der Mongolei widmet das LVR-LandesMuseum Bonn vom 26. Januar bis 29. April 2012 die Sonderausstellung "Steppenkrieger. Reiternomaden des 7. - 14. Jahrhunderts aus der Mongolei".
Erstmals können anhand einzigartiger Objekte Bewaffnung, Ausrüstung und Kleidung der Nomaden präsentiert werden. Anhand der Objekte gelingt ein tiefer Einblick in das Leben der Steppennomaden und damit in eine kulturelle Welt, die immer wieder die mitteleuropäische Geschichte maßgeblich beeinflusst hat.
Die Ausstellung zeigt ungewöhnlich gut erhaltene, bis zu 1.300 Jahre alte Objekte, die in den letzten Jahren in sogenannten Felsspaltengräbern in der Westmongolei entdeckt wurden, und die die das bisherige Wissen schlagartig erweitert haben. Dank des trockenen und kalten Klimas haben sich vergängliche Materialien wie Holz, Textilien, Federn, Tierhäute und Metalle exzellent erhalten. Reflexbögen, Köcher, Pfeile mit Befiederung und Reitzeug, aber auch Kleidungsstücke - darunter der älteste erhaltene Filzkaftan - und das älteste Saiteninstrument der Mongolei, eine Pferdekopfharfe, zeigen das Leben der eurasischen Steppenkrieger in bisher nicht gekannter Weise.
Die handwerklichen Leistungen und das enorme technologische Wissen der Reiternomaden konnten umfassend erforscht werden. Detaillierte naturwissenschaftliche und technologische Analysen an den Objekten bringen bisher kaum bekannte Aspekte der reiternomadischen Kultur ans Licht.
Die nie zuvor gezeigten Artefakte, eigens angefertigte Lebensbilder und Nachbauten durch professionelle Bogenbauer, Schmiede- und Holzfachleute machen die Ausstellung zu einer aufregenden Entdeckungsreise in die Weiten der eurasischen Steppen. Eine vollständig eingerichtete Jurte lädt jung und alt zum Eintauchen in die Lebenswelt der Reiternomaden ein.
Möglich wurde die Ausstellung aufgrund des Vertrauensvorschusses der mongolischen Seite die sensationellen Funde zur Untersuchung und Bearbeitung mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Ulaanbatar nach Bonn bringen zu dürfen. Dank der maßgeblichen Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung konnten die Objekte mit modernsten Verfahren umfassend dokumentiert, analysiert, konserviert und restauriert werden, so dass ihr langfristiger Erhalt als bedeutendes kulturelles Erbe der Mongolei nun gesichert ist.
Fotos:Zeichnung eines kitanzeitlichen Reiters, der den Reflexbogen spannt (D. Pozdnyakov, Novosibirsk)
Pferdekopfharfe 7./8. Jh. aus der Westmongolei (H.-Th. Gerhards, LVR-Museumsverbund)

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