Vom 16.4. bis 20.11. zeigt das LWL-Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Sonderausstellung "Fundgeschichten. Neueste Entdeckungen von Archäologen in NRW". Vom Schwimmsaurier und Urzeithamster, einer Alchimisten-Küche und kostbaren Münzschätzen bis hin zum Jagdbomber des Zweiten Weltkrieges: alle Funde haben ihre eigene Geschichte. Neben ihrer kulturhistorischen Bedeutung enthüllt "Fundgeschichten" auch ihre vielseitigen Entdeckungsgeschichten: vom überraschenden Zufallsfund bis zur organisierten Ausgrabung, von der komplizierten Bergung bis zur aufwändigen Restaurierung.Die Fundgeschichte des Lancasterbombers des 2. Weltkriegs
Hagen (lwl). Zweiter Weltkrieg, bei Hagen: In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1945 stürzt ein britischer Lancaster-Bomber in einem Waldstück ab. Die Reste der Maschine werden nach und nach vom Erdreich bedeckt.65 Jahre später: Der Heimatforscher Horst Klötzer erinnert sich an die Wrackteile, die er als Kind auf seinem Schulweg täglich umrunden musste. Er begibt sich auf die Suche nach der Absturzstelle - und findet mehr als nur ein Flugzeugwrack. Das Ergebnis: Die Fundstücke rund um den Bomber sind ab dem 16. April in der Ausstellung "Fundgeschichten" über neueste archäologische Entdeckungen im LWL-Museum für Archäologie in Herne zu sehen.
Weit im Waldgebiet verstreut fanden die Archäologen nicht nur Maschinenteile des abgestürzten Bombers, sondern auch zahlreiche Ausrüstungsbestandteile und persönliche Gegenstände der Crew - darunter ein Kruzifix, ein Taschenmesser, die Lederhaube des Piloten und einen Revolver. Offensichtlich hatten bereits Raubgräber das Wrack entdeckt - denn Teile der Ausrüstung waren schon kurz vor der Bergung auf einer Auktionsseite im Internet angeboten worden.Der Lancaster-Bomber bildet Anfangs- und Endpunkt der Sonderausstellung "Fundgeschichten". Er zeigt, mit was für ungewöhnlichen Aufgabenstellungen sich die Archäologie befasst - und wie aktuell die vermeintliche "Altertumsforschung" sein kann.
Denn nicht nur der Umgang mit Angehörigen der abgestürzten Crew, sondern auch die rechtlichen Fragen stellten die Archäologen hier vor Herausforderungen. Kriegsrelikte sind stets "Hoheitsgebiet und Eigentum des entsendenden Landes", in diesem Fall Großbritanniens, so dass enge Abstimmung mit den britischen Behörden nötig war.
Mehr Informationen zur Ausstellung und Videos zu einzelnen Fundgeschichten finden Sie auf der LWL Ausstellungshomepage. Und in meinem History Magazin fonden die die Rezension zum umfangreichen Begleitband zur AusstellungFotos von oben nach unten:
Ausstellungsposter (LWL)
Standbild aus demVideo (LWL)
Während der Bergung versucht das Ausgrabungsteam die einzelnen Teile des abgestürzten Bombers zu identifizieren und zuzuordnen. Rechts im Bild: der Heimatforscher H. Klötzer. (LWL/M. Baales)
Die Crew des abgestürzten Bombers auf einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1945 (LWL/ H. Klötzer)
Standbild aus dem Video (LWL)
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